Wer braucht eigentlich Grafik-Design?

Auf die Frage, wer eigentlich Grafik-Design benötigt und in welchen Bereichen dieses bevorzugt eingesetzt wird, könnte man ganz einfach kurz antworten: jeder und überall. Das ist zwar eine sehr allgemein gehaltene Antwort, aber sie kommt der Wahrheit schon recht nahe. In so gut wie jedem Bereich unseres Lebens treffen wir auf Produkte von Grafik-Designern. Oft genug machen wir uns das überhaupt nicht klar.

Jede Verpackung im Supermarkt, die wir in die Hand nehmen, wurde von Grafikern gestaltet, jedes geschäftliche Anschreiben, jede Anzeige und jeder Aufdruck – unabhängig davon, ob sich dieser auf einer Tasse, einem technischen Gerät oder einem Flugzeug befindet.

Naheliegende und ungewöhnliche Einsatzbereiche

Wenn man sich eine Produktverpackung, eine Visitenkarte oder eine Plakatwand ansieht, dann ist vermutlich jedem bewusst, dass jemand die Gestaltung dafür übernommen hat. Ein professioneller Designer hat die Elemente zur Verfügung gestellt bekommen, die das Aussehen des Ergebnisses prägen sollen, und hat Farben, Bilder und Text zu einem harmonischem Ganzen zusammengefügt.

Grafik-Design begegnet uns aber auch in Bereichen, bei denen man weniger über den Ursprung der Gestaltung nachdenkt. Schrifttypen im Computer sind ein Beispiel dafür. Nahezu jeder nutzt tagtäglich Schreibprogramme oder liest Zeitungen oder Online-Publikationen. Kaum jemand macht sich dabei klar, dass auch hier ein Grafiker am Werk war, der sorgfältig jedes einzelne Zeichen vermessen und in Proportion gebracht hat.

Berühmte Schrittypen

Eine der meist verwendeten Schriftarten überhaupt ist der Typ Arial, eine serifenlose Grotesk-Schrift, die sehr klar und schnörkellos daher kommt. Sie wurde in den frühen 1980er Jahren entwickelt und bald darauf in das Standard-Schrift-Repertoire von Microsoft aufgenommen, wodurch schnell ein hoher Bekanntheitsgrad erreicht wurde. Kritiker bewerten diesen Schrifttyp als wenig spannend und eher einfallslos. Dies gereicht Arial aber durchaus auch zum Vorteil, denn durch die vergleichsweise neutrale Gestaltung kann sich der Leser voll auf die Inhalte von Texten konzentrieren.

Ähnlich erfolgreich, wenn auch um einiges älter, ist die Schrift Times, die auch in zahlreichen Untervarianten wie Times Roman oder Times New Roman existiert. Im Gegensatz zu Arial gibt es bei Times so genannte Serifen, also kleine Zierhäkchen und -linien an den Enden der Buchstabenlinien. Dieser Schrifttyp wurde in den 1930er Jahren für die New Yorker Zeitung Times entwickelt und steht auch heute noch exemplarisch für eine typische Zeitungs-Typographie. Auch Times ist als Standard-Schrift auf vielen privaten und geschäftlich genutzten Rechner vorinstalliert und wird gern und häufig in der Textverarbeitung genutzt.